Feuerwehr-Gedicht

am .

Ich spute mich sehr in tiefer Nacht -

Durch den Melder bin ich aufgewacht.

Ich eile zur Wache,

Wobei ich mir Gedanken mache,

Was die Nacht wohl bringen mag –

Unfall? Feuer? Anschlag?

 


Rauf auf den Wagen!

Sekunden später durch schwarze Gassen jagen.

Das Ziel ist erreicht, so mancher erbleicht:

Lichterloh brennt dort ein Haus.

„Noch Leute drin!“ – oh Graus.

 


Drei Kinder gerettet, die Eltern auch,

Doch sind sie nicht mehr gebettet – Das Haus ging auf in Asche und Rauch.

Ein Glück, niemand ist tot

Und doch herrscht große Not.

 


Die Nacht verbringen die Armen

Noch bei uns im Warmen.

Für diese schreckliche Nacht

Sind sie auf der Wache untergebracht.

An Schlaf ist nicht zu denken,

Auch wir sitzen noch auf den Bänken.

 


Die Nacht ist noch nicht vorbei,

Da beginnt sie von vorn, die Litanei.

Die Leitstelle meldet „VU“

Und wieder geht es hektisch zu.

Diesmal ist’s die Autobahn,

Lange Strecke, weit zu fahr’n.

 


Wir wissen nicht, wie es geschah,

Doch jeder weiß noch, was er sah.

 


Wir kehren heim im Morgengrauen,

Müssen das Gesehene erst mal verdauen.

Nach solch einem Tag

So manch einer denken mag:

Feuerwehr? Das lass' ich lieber sein,

Ich geh jetzt in den Sportverein.

 


Und mehr als ein Feuerwehrmann wohl täglich denkt:

„Nun hab ich mir für and’re die Knochen verrenkt,

doch selten wird uns was geschenkt,

Oft nur der Spott auf uns gelenkt.

Wieso mach ich denn das?

Wieso spiel ich nicht Tennis oder sonst irgendwas?“

 


Überwiegen die schönen Momente so sehr?

Oder verdrängt man Schlimmes nur viel mehr?

Ist es das Gefühl von Glück,

Wenn man der Mutter sagen kann,

„Ihrem Kind geht es gut,

Von bleibendem Schaden kein Stück!“

Oder: „Frau Meier, nur Mut,

Er wird’s folgenlos überstehen, ihr Mann!“?

Ist es das Gefühl zu geben,

Wonach and’re dringend streben:

zu helfen liegt in Deiner Macht –

Am Tage und auch in tiefer Nacht.

 


Ist es das, was uns bewegt?

Damit das Kind sich morgen noch regt?

Ist es das, wonach wir streben?

Riskieren wir dafür unser Leben?

Ist es das, was uns bei Stange hält?

Was uns verzichten lässt auf Geld?

Ist das der Grund für all die Sachen,

Die wir ehrenamtlich machen?

 

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